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PRODUKTIONSSPIEGEL | Stand: Dezember 2011 |


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Das Ding am Deich
"Haben wir nicht genug getan? Hatten wir nicht Zehntausende auf unserer Seite?"

Ein Film von Antje Hubert




Seit fast 25 Jahren steht in Brokdorf an der Unterelbe ein Atomkraftwerk. Einst war der Bauplatz für den Reaktor einer der am härtesten umkämpften Orte der Republik mit Symbolwirkung weit über die abgelegene Wilstermarsch hinaus.

Und heute? Wie leben die Dorfbewohner heute mit dem Atomkraftwerk? Der Film sucht nach den "Veteranen" des Widerstandes vor Ort, spricht mit den Befürwortern, die im Dorf längst zur Mehrheit gehören, und erzählt von noch immer ungelösten Konflikten, die der Kampf um den Bau mit sich brachte.

Während sich die meisten mit dem "Ding am Deich" arrangiert haben, hängt den Gegnern die Niederlage von 1986 noch immer nach. Doch war es wirklich eine Niederlage? "Ich spreche lieber von Ohnmacht", sagt eine Protagonistin. "Eine Niederlage wäre es gewesen, wenn ich einen fairen Kampf gehabt hätte, aber das ist es ja nie gewesen."
Anhand der Geschichte von "ganz einfachen Bürgern", wie die Protagonisten des Films sich sich selbst bezeichnen, verfolgt der Film, wie in der harten Auseinandersetzung um Brokdorf deren Vertrauen in Rechtstaat und Demokratie verloren geht und wie trotzdem Träume von einer "besseren und gerechteren Welt", in den Nischen einer ländlichen Gesellschaft überleben.
Die Erzählungen der Protagonisten und Archivmaterial vermischen sich mit Beobachtungen aus dem heutigen Alltag in der Wilstermarsch, die sich über ein ganz Jahr lang erstrecken: Einsame Mahnwachen am Kraftwerk im Tiefschnee, die spektakuläre Menschenkette gegen Atomkraft als hoffnungsvolles Aufbruchsignal, eine 35Jahr-Feier im einst umstrittenen Schwimmbad mit Gesangseinlage vom Dorfchor, sommerliches Treiben am Elbstrand und eine bizarre Katastrophenschutzübung zum Supergau, der, wie die meisten Dorfbewohner glauben, nie eintreten wird.

Immer wieder fällt der Blick der Kamera auf das Atomkraftwerk mit seinem Zwischenlager, in dem Atommüll liegt, von dem niemand weiß, wo er sicher gelagert werden kann ein unwirklicher Komplex in einer unendlich weiten Landschaft, in der man "morgens schon weiß, wer nachmittags zum Kaffee kommt".

Buch und Regie: Antje Hubert
Kamera: Barbara Metzlaff
Montage: Magdolna Rokob
Produktion: thede filmproduktion

Gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig- Holstein GmbH

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